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2 Einfuhr und Abgaben

Pakete aus der Schweiz nach Deutschland

Pakete aus der Schweiz: Prüfen Sie deutsche Einfuhrabgaben, Geschenkregeln, Ursprungsnachweise und Zustellerkosten für private und gewerbliche Bestellungen.

Stand: 15. Oktober 20265 Quellen

Kleines Paket, Baumwollware und unbeschriftete Belege auf einer hellen Unterlage.
Antwort in KürzeEinfuhr
  • Pakete aus der Schweiz unterliegen bei der Einfuhr nach Deutschland den Vorschriften für Nicht-EU-Länder.
  • Seit dem 1. Juli 2026 gilt für entsprechende Fernverkäufe bis 150 Euro Sachwert ein Pauschalzoll von 3 Euro je Warenposition.
  • Echte Privatgeschenke bleiben bis zu einem Gesamtwert von 45 Euro je Sendung von Einfuhrabgaben befreit.
  • Entgelte des Paketdienstes fallen getrennt von den staatlichen Einfuhrabgaben an.

Einfuhr-Rechner: Was kostet das Paket?

Einfuhr-RechnerWerkzeug
5 Sie bestellen als
6 Besonderes

Position: je Position der Zollanmeldung (gleiche Tarifeinreihung + Warenbezeichnung [+ Ursprung]); nicht je Paket, nicht je Stück. Der Rechner nimmt Ihre Zahl, er zählt nicht aus dem Warenkorb.

Ihre Abgaben, geschätzt

Zollwert (Sachwert + Versand)
65,00 €
Pauschalzoll (1 × 3 €)
3,00 €
Einfuhrumsatzsteuer (19 % auf Zollwert + Zoll)
12,92 €
Gebühr des Zustellers (laut Zusteller)
nach Angabe

Gesamt
15,92 €
  • Bis 150 € Sachwert (ohne Versand): 3 € je Position der Zollanmeldung (gleiche Tarifeinreihung + Warenbezeichnung [+ Ursprung]); nicht je Paket, nicht je Stück.
  • Kommt die Einfuhrumsatzsteuer schon aus dem Shop (IOSS)? keine zusätzliche EUSt beim Zoll (Steuer im Preis); Zollanmeldung bleibt Pflicht; seit 1.7.2026 auch 3-€-Zoll.
  • Nicht eingerechnet: Bearbeitungsgebühr der Union, 2 € je Position/Item, unabhängig vom Warenwert, auch bei Sendungen > 150 €, nicht erstattungsfähig, geplant ab 1.11.2026. Stand: unklar: delegierter Rechtsakt C(2026) 6694 vom 21.9.2026, ABl.-Veröffentlichung am 15.10.2026 nicht belegt; zoll.de: 'nach jetzigem Stand', 'nicht abschließend beschlossen'.
So rechnet der Rechner (Stand prüfen)

Stand der Daten: 15.10.2026.

Beim Zoll für Pakete aus der Schweiz gelten die Vorschriften für Nicht-EU-Länder. Wenn Sie Pakete aus der Schweiz nach Deutschland einführen, fallen bei Käufen meist Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Gebühren des Zustellers an. Für Privatgeschenke gelten gesonderte Freigrenzen, während Reisefreimengen für den Postversand nicht gelten. Prüfen Sie deshalb vorab Sendungsart, Warenwert und Belege.

Was beim Empfang anfällt

Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) ist die staatliche Mehrwertsteuer auf eingeführte Waren. Nach § 12 des Umsatzsteuergesetzes beträgt sie regulär 19 Prozent, für begünstigte Waren wie Bücher 7 Prozent. Sie fällt grundsätzlich ab dem ersten Cent an.

Als Bemessungsgrundlage dient nicht allein der Kaufpreis. Nach § 11 des Umsatzsteuergesetzes fließen der Zollwert, die anfallenden Zölle und die Transportkosten bis zum ersten Bestimmungsort in der EU ein.

Zusätzlich zur Steuer fällt Zoll an. Bei Fernverkäufen bis 150 Euro Sachwert gilt seit Juli 2026 ein Pauschalzoll von 3 Euro je Warenposition. Übersteigt der Sachwert 150 Euro, greift der reguläre Zollsatz des Zolltarifs.

Die Deutsche Post (DHL) erhebt für die Verzollung eine Auslagepauschale von 7,50 Euro brutto. Sie entfällt bei Selbstverzollung im Binnenzollamt oder wenn keine Einfuhrabgaben anfallen. Dieses Entgelt ist keine staatliche Steuer, sondern eine Gebühr des Zustellers. Für andere Paketdienste gibt es keine amtlichen Beträge; sie regeln ihre Gebühren in eigenen Vertragsbedingungen.

Was sich seit Juli 2026 geändert hat

Am 1. Juli 2026 hob die Verordnung (EU) 2026/382 die frühere 150-Euro-Zollfreigrenze auf. Für Fernverkäufe bis 150 Euro Sachwert gilt seither ein Pauschalzoll von 3 Euro je Warenposition. Maßgeblich ist der Tag der Einfuhr, nicht das Bestelldatum.

Der Sachwert umfasst den reinen Warenpreis ohne getrennt ausgewiesene Fracht- und Versicherungskosten. Der Pauschalzoll von 3 Euro fällt pro Position der Zollanmeldung an, nicht pro Paket. Waren mit derselben Tarifeinreihung und Warenbezeichnung (gegebenenfalls auch demselben Ursprung) bilden eine gemeinsame Position.

Eine europäische Bearbeitungsgebühr von 2 Euro je Position ist zum Stand 15. Oktober 2026 noch nicht abschließend beschlossen. Planen Sie diesen Betrag daher noch nicht fest ein. Grundregeln für Drittländer erläutert der Leitfaden zu Paketen aus den USA.

Wer kassiert und wie Sie bezahlen

Verkäufer, auch aus der Schweiz, können den Import One-Stop-Shop (IOSS) nutzen. Über dieses System führt der Verkäufer die Einfuhrumsatzsteuer für Sendungen bis 150 Euro Sachwert direkt ab. Bei korrekter Abwicklung fällt an der Haustür keine Steuer mehr an. Der Pauschalzoll bleibt davon unberührt.

Wickelt der Verkäufer die Steuer nicht vorab ab, verauslagt der Paketdienst die Abgaben beim Zoll. Der Zusteller holt den Betrag bei der Zustellung ein, gegebenenfalls zuzüglich einer Auslagepauschale.

Der Zoll stellt Zahlungsaufforderungen nie per SMS, E-Mail oder Messenger zu und bittet nie, einem Link zu folgen und Kartendaten einzugeben. Eine Nachricht mit Zahlungslink, die sich auf den Zoll beruft, stammt nicht vom Zoll. Forderungen des Zustellers prüfen Sie über die offizielle Internetseite oder App Ihres Paketdienstes.

Wenn das Paket beim Zoll liegt

Fehlen Daten wie Wert, Inhalt oder Nachweise, geht die Sendung zum Zollamt.

Sie erhalten dazu eine Benachrichtigung per Post. Pakete lagert das Zollamt 9 Tage, Briefsendungen 7 Tage, danach gehen sie an den Absender zurück. Ab dem zehnten Tag entstehen Lagerkosten von mindestens 5 Euro.

Bringen Sie zur Abholung Rechnung, Zahlungsnachweis und Benachrichtigung mit. Aus den Belegen muss sich der vollständige Kaufpreis einschließlich Porto klar ergeben. Statt hinzugehen, können Sie die Sendung über die Internetanmeldung für Post- und Kuriersendungen (IPK) selbst anmelden, die Postabfertigung von zu Hause wählen oder die Annahme verweigern.

Für Gewerbetreibende

Bestellen Sie Waren für Ihren Handel auf Etsy, eBay, Shopify oder Amazon, handeln Sie gewerblich. Für geschäftliche Zollanmeldungen benötigen Wirtschaftsbeteiligte eine Economic Operators' Registration and Identification (EORI-Nummer). Diese Registrierungsnummer vergibt der deutsche Zoll kostenlos im Zoll-Portal.

Die gezahlte Einfuhrumsatzsteuer kann ein vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen nach § 15 des Umsatzsteuergesetzes als Vorsteuer geltend machen. Verbuchen Sie die Einfuhr ordnungsgemäß.

Verlangen Sie vom Verkäufer immer eine ordentliche Handelsrechnung. Ein gewerblicher Kauf darf nicht als Geschenk deklariert werden.

Besonderheiten bei der Schweiz

Die Schweiz gehört nicht zur Europäischen Union und nicht zum EU-Zollgebiet. Freihandelsabkommen erleichtern den Handel, ersetzen jedoch nicht die Zollabfertigung. Zudem müssen Sie stets zwischen dem Versandland Schweiz und dem tatsächlichen Ursprungsland der Ware unterscheiden.

Ursprung der Ware und Absenderland

Maßgeblich ist der Ursprung der Ware, nicht das Land, aus dem sie verschickt wird. Ware, die in China hergestellt wurde, bleibt Ware chinesischen Ursprungs, auch wenn der Absender in der Schweiz sitzt. Bei Ursprungswaren mit Präferenz gelten Sonderregeln für den Pauschalzoll; für Verbraucher ist das komplex, fragen Sie im Zweifel den Zoll.

Zolltarifnummern auf dieser Website dienen der unverbindlichen Orientierung. Rechtliche Sicherheit verschafft eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) beim Zoll; den vollständigen Tarif zeigt EZT-Online.

Käufe und Privatgeschenke unterscheiden

Ein Privatgeschenk muss unentgeltlich, gelegentlich und zum persönlichen Gebrauch von privat an privat verschickt werden. Nach der europäischen Zollbefreiungsverordnung (EG) Nr. 1186/2009 sind solche Sendungen bis zu einem Wert von 45 Euro abgabenfrei. Sobald ein Unternehmen beteiligt ist, entfällt dieses Privileg.

Über 45 Euro entfällt die Befreiung. Für Waren in Sendungen von Privatperson an Privatperson gilt nach der Kombinierten Nomenklatur 2026 ein Pauschalzollsatz von 2,5 Prozent des Wertes, wenn der Sachwert je Sendung höchstens 700 Euro beträgt. Ob bei Geschenken zwischen 45 und 150 Euro zusätzlich der 3-Euro-Pauschalzoll greift, ist amtlich nicht ausdrücklich geklärt: Er setzt einen Fernverkauf voraus.

Sendungsart Maßgebliche Vorschrift Praktischer Unterschied
Paketkauf Unionszollkodex und Umsatzsteuergesetz Entgeltlicher Erwerb von Händlern oder Privatpersonen
Privatgeschenk Zollbefreiungsverordnung (EG) Nr. 1186/2009 Unentgeltliche Sendung zwischen Privatpersonen

Schweizer Franken richtig umrechnen

Bei Rechnungen in Schweizer Franken rechnet der Zoll die Beträge in Euro um. Maßgeblich ist der Wechselkurs, der am Tag der Annahme der Zollanmeldung gilt, nicht der Bankkurs Ihrer Kartenzahlung.

Bewahren Sie die Originalrechnung und den Zahlungsbeleg Ihrer Bank auf. Für eine unverbindliche Orientierung können Sie den Einfuhr-Rechner oben nutzen.

Reisefreimengen gelten nicht für Pakete

Reisefreimengen gelten nur bei der persönlichen Mitführung von Waren über die Grenze. Für Post- und Kurierpakete aus der Schweiz greifen diese Grenzen nicht.

Für verbrauchsteuerpflichtige Waren wie Alkohol, Tabak oder Kaffee fallen Verbrauchsteuern zusätzlich an, unabhängig vom Sachwert der Sendung.

Retouren mit Belegen vorbereiten

Senden Sie Ware in die Schweiz zurück, sichern Sie die ursprüngliche Rechnung, den Einfuhrbescheid und den Einlieferungsbeleg der Rücksendung. Diese Nachweise belegen, dass die Ware die EU wieder verlassen hat.

Ob und wie bezahlte Einfuhrabgaben erstattet werden, nennen die amtlichen Quellen dieser Seite nicht; fragen Sie das zuständige Hauptzollamt. Den Rückversand in die Schweiz beschreibt die Anleitung zum Paketversand aus Deutschland in die Schweiz.

Zollzettel ist ein unabhängiges Informationsportal, keine Zollbehörde und kein Abfertigungsdienstleister.

Schritt für Schritt

  1. Sendungsart bestimmen

    Unterscheiden Sie einen privaten Kauf, einen betrieblichen Einkauf und ein unentgeltliches Privatgeschenk.

  2. Belege zusammenstellen

    Sichern Sie Rechnung, Zahlungsnachweis und Versandkosten. Fragen Sie bei möglichen Zollvergünstigungen nach einem passenden Ursprungsnachweis.

  3. Beträge einordnen

    Prüfen Sie Sachwert, Währung und Abfertigungszeitpunkt. Nutzen Sie den Einfuhr-Rechner für eine unverbindliche Orientierung.

  4. Forderung aufschlüsseln

    Vergleichen Sie Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Zustellerentgelt getrennt. Klären Sie Unstimmigkeiten mit dem Zusteller oder der zuständigen Zollstelle.

Häufige Fragen

Gelten Schweizer Einfuhrfreigrenzen auch für Empfänger in Deutschland?

Nein. Schweizer Einfuhrregeln betreffen die Einfuhr in die Schweiz. Für ein Paket nach Deutschland sind die deutschen und europäischen Einfuhrvorschriften maßgeblich.

Ist ein Kauf von einer Privatperson automatisch ein Geschenk?

Nein. Auch ein bezahlter Gebrauchtkauf bleibt ein Kauf. Für die Geschenkregelung muss die Sendung unentgeltlich und gelegentlich zwischen Privatpersonen erfolgen.

Kann ich mit einem niedrigeren deklarierten Wert Abgaben sparen?

Falsche Wertangaben sind unzulässig. Ebenso darf ein Kauf nicht als Geschenk deklariert werden. Lassen Sie fehlerhafte Unterlagen vor dem Versand vom Absender korrigieren.

Weiterlesen

Quellen

  1. Zoll: Internetbestellungen aus einem Nicht-EU-Staat
  2. Zoll: Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze
  3. Verordnung (EU) 2026/382 des Rates: Wegfall der 150-Euro-Zollbefreiung, Zoll von 3 EUR
  4. Deutsche Post: Welche Kosten können auf mich zukommen?
  5. DHL: Fragen zur Einfuhrverzollung

Stand: 15. Oktober 2026. Zahlen und Regeln prüfen wir gegen die Quellen, bevor wir eine Seite aktualisieren.

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung. Rechner und Suchhilfen liefern unverbindliche Orientierung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die zuständige Zollbehörde.