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Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Zustellergebühren
Zollgebühren bei Einfuhren nach Deutschland: Verstehen Sie Steuern, Wertgrenzen und Zustellerkosten und finden Sie passende Hilfen für Ihr Paket aus Nicht-EU-Ländern.

- Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Servicegebühren des Zustellers sind unterschiedliche Kostenbestandteile.
- Seit dem 1. Juli 2026 ist die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro aufgehoben.
- Bei Fernverkäufen bis 150 Euro Sachwert gilt seit dem 1. Juli 2026 ein Pauschalzoll von 3 Euro je Anmeldungsposition.
- Gelegentliche, unentgeltliche Geschenke von Privat an Privat können bis 45 Euro abgabenfrei bleiben.
Einfuhr-Rechner: Was kostet das Paket?
Bei Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern setzen sich Zollgebühren meist aus Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Serviceentgelten des Zustellers zusammen. Die tatsächliche Höhe hängt vom Einfuhrzeitpunkt, der Warenart, dem Zollwert sowie der Abrechnung des Shops ab. Echte private Geschenksendungen sind unter bestimmten Voraussetzungen begünstigt, normale Einkäufe über das Internet dagegen nicht. Prüfen Sie zuerst die Abrechnung Ihres Händlers und berechnen Sie die Abgaben mit dem Einfuhr-Rechner oben.
Kurz erklärt
Der Begriff "Zollgebühren" bezeichnet im Alltag oft die gesamte Forderung für ein Paket aus dem Ausland. Rechtlich gehören dazu jedoch unterschiedliche Posten: staatliche Abgaben an den Zoll und private Entgelte des Paketdienstes. Auch wenn Sie als Privatperson bestellen, handelt es sich um regulären grenzüberschreitenden Handel.
Zoll fällt als staatliche Abgabe je nach Warenart und Warenwert an. Die Einfuhrumsatzsteuer, kurz EUSt, ist die Umsatzsteuer auf eingeführte Waren aus Ländern außerhalb der Europäischen Union. Sie beträgt nach § 12 des Umsatzsteuergesetzes regulär 19 Prozent, für Bücher oder manche Lebensmittel 7 Prozent.
Die Steuer wird nicht allein auf den reinen Warenpreis berechnet. Nach § 11 des Umsatzsteuergesetzes fließen auch der Zoll und die Transportkosten in die Bemessungsgrundlage ein. Aus diesem Grund genügt der bloße Zollsatz für eine genaue Kostenplanung selten.
Welche Seite für welchen Fall
Für private Einkäufe auf internationalen Marktplätzen beschreibt die Hilfeseite Zoll bei Temu das Verfahren. Sie zeigt außerdem, wie Händler Steuern direkt über den Kaufpreis abrechnen.
Für den gewerblichen Handel über Plattformen wie Shopify, Etsy oder eBay steht die Wareneinordnung am Anfang. Nutzen Sie dafür die Anleitung zum Finden einer Zolltarifnummer. Die ersten sechs Ziffern einer Codenummer basieren international auf dem Harmonisierten System, kurz HS.
Für gewerbliche Zollanmeldungen benötigen Händler eine Identifikationsnummer der Zollbehörden. Die Seite zur EORI-Nummer für Unternehmen erklärt die Beantragung dieser Registrierung. EORI steht für Economic Operators Registration and Identification. Für den Warenversand oder Retouren in Staaten außerhalb der EU helfen die Muster der Zollpapiere für Auslandspakete.
Wertgrenzen nach Einfuhrdatum prüfen
Für die Abgabenberechnung zählt der Zeitpunkt der Einfuhr, nicht der Tag des Einkaufs im Onlineshop. Die Vorschriften unterscheiden sich nach dem Sachwert der Sendung und dem jeweiligen Einfuhrdatum.
Stand der Abgabenregeln am 15. Oktober 2026:
| Zeitraum oder Fall | Geltende Regel | Rechtliche Einordnung |
|---|---|---|
| Bis 30. Juni 2026 | Bisherige Zollfreigrenze bis 150 Euro Sachwert | Historische Regelung, keine Steuerbefreiung |
| Seit 1. Juli 2026 | Bisherige Freigrenze von 150 Euro aufgehoben | Nach Verordnung (EU) 2026/382 |
| 1. Juli 2026 bis vorgesehen 1. Juli 2028 | 3 Euro Pauschalzoll je Position bei Fernverkäufen bis 150 Euro | Gilt je Warenposition, nicht je Paket oder Artikel |
| Über 150 Euro Sachwert | Regulärer Tarifzoll auf den gesamten Zollwert | Abhängig von der konkreten Ware |
| Einfuhrumsatzsteuer | Seit 1. Juli 2021 ab dem ersten Euro | Keine Freigrenze; Ausnahme: nichtkommerzielle Geschenksendungen bis 45 Euro |
| Geplant ab 1. November 2026 | Zusätzliche Abfertigungspauschale von 2 Euro je Position, auch über 150 Euro Sachwert | Nach jetzigem Stand nicht abschließend beschlossen |
Eine Warenposition fasst Waren mit derselben zolltariflichen Einreihung und derselben Warenbezeichnung zusammen. Die Europäische Union ordnet Waren über die achtstellige Kombinierte Nomenklatur, kurz KN, ein. Der Integrierte Tarif der Europäischen Union, kurz TARIC, ergänzt diese Nomenklatur um weitere Ziffern für Sondermaßnahmen. Den vollständigen Tarif finden Sie im Elektronischen Zolltarif, EZT-Online. Eine Auskunft auf dieser Website dient zur Orientierung, während eine verbindliche Zolltarifauskunft, kurz vZTA, Rechtssicherheit schafft.
Zustellergebühren und bereits bezahlte Steuer trennen
Paketdienste legen staatliche Abgaben an der Grenze oft für Empfänger aus. Für diesen Service berechnen die Unternehmen eigene Auslagenpauschalen, die keine staatlichen Steuern darstellen. Prüfen Sie deshalb genau, welche Beträge auf einer Zahlungsaufforderung als Abgabe und welche als Zustellergebühr ausgewiesen sind.
Veröffentlichte Zustellerpreise, Stand 15. Oktober 2026:
| Zusteller und Leistung | Veröffentlichter Betrag | Bedingungen und Stand |
|---|---|---|
| Deutsche Post / DHL, postalische Auslagepauschale | 7,50 Euro brutto | Angabe von Deutsche Post / DHL; Seite ohne Datum, am 15. Oktober 2026 abgerufen |
| Andere Kurier- und Expressdienste | Nicht beziffert | Es gelten die Bedingungen des jeweiligen Anbieters |
Bei DHL entfällt die Pauschale, wenn Sie die Sendung selbst beim Binnenzollamt abfertigen oder keine Abgaben anfallen. Bei Nutzung des Verfahrens Import One-Stop-Shop, kurz IOSS, zieht der Onlineshop die EUSt bereits beim Einkauf bis 150 Euro Sachwert ein. Bei ordnungsgemäßer Registrierung fordert der Zoll bei der Einfuhr keine zusätzliche Steuer nach. Der seit Juli 2026 geltende Pauschalzoll von 3 Euro bleibt davon jedoch unberührt.
Geschenke nur bei echten Privatsendungen begünstigen
Sendungen von einer Privatperson an eine andere Privatperson bleiben bis zu einem Sachwert von 45 Euro abgabenfrei. Diese Regelung setzt nach den Artikeln 25 bis 27 der europäischen Zollbefreiungsverordnung voraus, dass die Sendung gelegentlich und unentgeltlich erfolgt. Außerdem müssen die Waren ausschließlich für den persönlichen Gebrauch oder Verbrauch des Empfängers bestimmt sein.
Kommerzielle Bestellungen bei ausländischen Händlern erfüllen diese Bedingungen grundsätzlich nicht. Ein Paket wird nicht zu einem Geschenk, nur weil der Verkäufer den Karton als Privatsendung deklariert. Lieferungen von oder an Unternehmen werden laut DHL in der Regel nicht als Geschenksendungen anerkannt, auch wenn sie unentgeltlich sind.
Abholung beim Zollamt vorbereiten
Wenn ein Paket beim zuständigen Zollamt hinterlegt wird, erhalten Sie eine Benachrichtigung Ihres Zustellers. Für die Abholung benötigen Sie laut Zoll das Benachrichtigungsschreiben sowie eine Rechnung oder einen Zahlungsnachweis, aus dem sich der vollständige Kaufpreis einschließlich Porto ergibt. Lassen Sie sich vertreten, kommt eine Vollmacht hinzu.
Klären Sie offene Fragen zu den geforderten Nachweisen rechtzeitig mit der Dienststelle vor Ort. Zollzettel ist ein unabhängiges Informationsportal, keine Zollbehörde und kein Abfertigungsdienstleister. Für verbindliche Auskünfte zur Einreihung wenden Sie sich direkt an die Zollverwaltung.
Zahlungsaufforderungen sicher prüfen
Die deutsche Zollverwaltung versendet grundsätzlich keine Zahlungsaufforderungen per E-Mail, SMS oder über Messenger. Betrügerische Nachrichten fordern häufig kleine Geldbeträge über externe Links an, um Zahlungsdaten abzufangen. Öffnen Sie keine Links aus unangekündigten Kurznachrichten und geben Sie dort keine Bankdaten ein.
Prüfen Sie anstehende Zahlungen stattdessen direkt in der offiziellen App Ihres Paketdienstes. Rufen Sie die Sendungsverfolgung über die bekannte Webadresse des Zustellers manuell im Browser auf. Berechtigte Forderungen begleichen Sie entweder direkt an der Haustür oder über verifizierte Kundenkonten der Lieferdienste.
Häufige Fragen
Gilt der Pauschalzoll auch für Bestellungen vor dem 1. Juli 2026?
Ja, wenn die Einfuhr erst nach dem Stichtag erfolgt. Laut Zoll gilt die pauschale Zollabgabe auch für Bestellungen, die vor dem 1. Juli 2026 aufgegeben wurden. Entscheidend ist der Einfuhrzeitpunkt.
Können Kleinunternehmer die Einfuhrumsatzsteuer zurückfordern?
Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzugsberechtigung tragen die Einfuhrumsatzsteuer als Kosten. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen können sie unter den entsprechenden Voraussetzungen als Vorsteuer geltend machen.
Ist der Sachwert dasselbe wie der Zollwert?
Nein. Der Sachwert ist der Warenpreis ohne getrennt ausgewiesene Transport- und Versicherungskosten. Der Zollwert berücksichtigt zusätzlich Transportkosten bis zur EU-Außengrenze. Bei Postsendungen wird das Porto vollständig einbezogen.
Reicht der Rechner für eine verbindliche Kostenplanung?
Nein. Der Rechner bietet Orientierung und keine vollständige Kostenprognose. Zusätzliche Maßnahmen, besondere Warenanforderungen und die konkreten Entgelte Ihres Zustellers müssen gesondert geprüft werden.
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Quellen
- Zoll: Pressemitteilung, Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze ab 1. Juli
- Zoll: Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze
- Zoll: Internetbestellungen aus Nicht-EU-Staaten
- DHL: Fragen zu Kosten und Einfuhrabgaben
Stand: 15. Oktober 2026. Zahlen und Regeln prüfen wir gegen die Quellen, bevor wir eine Seite aktualisieren.
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung. Rechner und Suchhilfen liefern unverbindliche Orientierung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die zuständige Zollbehörde.